Neue Hoffnung beim häuslichen Arbeitszimmer

Verfassungsmäßigkeit des ab 2007 geltenden Abzugsverbots ist zweifelhaft - Bundesfinanzministerium ordnet Aussetzung der Vollziehung an

Seit dem Veranlagungszeitraum 2007 sind Aufwendungen für ein beruflich oder betrieblich genutztes häusliches Arbeitszimmer steuerlich nur noch abziehbar, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Betätigung eines Steuerpflichtigen bildet.

Der bis 2006 mögliche, auf 1.250 EUR begrenzte Abzug der Arbeitszimmerkosten für den Fall, dass mehr als 50% der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit im Arbeitszimmer verrichtet wurde oder kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stand (z. B. bei einem Lehrer) wird ab dem Veranlagungsjahr 2007 vom Gesetzgeber versagt.

Mit seinem Beschluss vom 25.08.2009 äußert der Bundesfinanzhof (BFH) nun ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit dieses Abzugsverbots für Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer (hier: bei einem Lehrer, dem für seine Tätigkeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht).

Im Hinblick auf diesen Beschluss des BFH weist das Bundesfinanzministerium nun mit seinem Schreiben vom 06.10.2009 die Finanzverwaltung an, Anträgen auf Aussetzung der Vollziehung, mit denen im Rechtsbehelfsverfahren gegen die Ablehnung eines Antrags auf Lohnsteuerermäßigung für die Jahre ab 2009, gegen die Festsetzung von Einkommensteuervorauszahlungen für Zeiträume ab 2009 oder gegen Einkommensteuerbescheide ab 2007 die Berücksichtigung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bis zum Betrag von 1.250 EUR beantragt wird, stattzugeben.

Voraussetzung ist jedoch, das die berufliche oder betriebliche Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50% der gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit beträgt oder zur Verrichtung der anfallenden Tätigkeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
(Rechtsgrundlage: Beschluss des BFH vom 25.08.2009, VI B 69/09 BMF, Schreiben vom 06.10.2009, IV A3 - S 0623/09/10001)

Veröffentlicht im November 2009