Abgeltungsteuer - NV-Bescheinigung vermeidet Steuereinbehalt

Bei Antrag sind alle Kapitaleinkünfte zu berücksichtigen Grundfreibetrag steigt durch Konjunkturpaket II ab 2009

Menschen mit geringem Einkommen, z. B. Rentner oder Studenten ohne weitere Einkünfte, können eine sog. Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) bei ihrem Finanzamt beantragen, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag nicht übersteigt.
Dieser wird durch das Konjunkturpaket II von bisher 7.664 EUR in zwei Stufen zunächst für 2009 auf 7.834 EUR und ab 2010 auf 8.004 EUR angehoben. Für Verheiratete verdoppeln sich diese Beträge.

Eine NV-Bescheinigung wird für ab dem 01.01.2009 zufließende Kapitalerträge vom Finanzamt nur ausgestellt, wenn anzunehmen ist, dass auch im Fall einer sog. Günstigerprüfung keine Steuer entstehen wird.
Das heißt, bei Beantragung einer NV-Bescheinigung sind alle Kapitaleinkünfte in die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens einzubeziehen, auch wenn Sie auf Grund der Abgeltungswirkung der Abgeltungsteuer nicht mehr in der Einkommensteuererklärung angegeben werden müssen.

Nur wenn sich einschließlich sämtlicher Einkünfte aus Kapitalvermögen keine tarifliche Einkommensteuer ergibt, wird das Finanzamt eine NV-Bescheinigung erteilen, die dann für drei Jahre gilt und der Bank vorgelegt wird. Für den Zeitraum der Gültigkeit der Bescheinigung behält die Bank keine Abgeltungsteuer ein.
(Rechtsgrundlagen: Jahressteuergesetz 2009 vom 19.12.2008, BGBl 2008 I S. 2974, § 44a Abs. 1 Nr. 2 EStG, Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland vom 02.03.2009, BGBl 2009 I S. 416)

Veröffentlicht im Juni 2009