Neues zur Entfernungspauschale - Unsicherheiten sind beseitigt

Auch Unfallkosten auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und höhere Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel sind wieder abziehbar

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 09.12.2008 gilt die Pendlerpauschale wieder rückwirkend zum 01.01.2007 (vgl. dazu auch unseren im Januar 2009 veröffentlichten Artikel unter der Rubrik ?Das betrifft Sie?).

Bei der Wiedereinführung der Pendlerpauschale mit 0,30 EUR ab dem ersten Entfernungskilometer war jedoch unklar, ob auch Aufwendungen für einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit oder höhere Kosten für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, die den Betrag der Entfernungspauschale übersteigen, entsprechend der bis 2006 geltenden Regelung, wieder steuerlich abziehbar sind. Ungewiss war auch, ob der in die Einkommensteuerbescheide aufgenommene Vorläufigkeitsvermerk zur Entfernungspauschale auch die Erklärung von Kosten eines Unfalls auf der Fahrt zur Arbeitsstelle oder höherer Kosten für öffentliche Verkehrsmittel mit erfasst.

Diese Unsicherheiten wurden durch den Beschluss des Bundesrats vom 03.04.2009 über die Rückkehr zur alten bis 2006 geltenden Regelung und das Gesetz zur Fortführung der Gesetzeslage 2006 bei der Entfernungspauschale vom 20. April 2009 beseitigt.
Danach können auch Aufwendungen für einen Unfall auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sowie höhere Kosten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wieder abgezogen werden. Der betreffende Vorläufigkeitsvermerk umfasst auch diese Punkte.

Steuerzahler, die angefallene Unfallkosten oder höhere Aufwendungen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in ihrer Einkommensteuererklärung 2007 und ggf. 2008 nicht erklärt haben, können nun mit einem formlosen Antrag bei ihrem Finanzamt diese Positionen nachträglich geltend machen.

Wer in seiner Einkommensteuererklärung neben den kompletten Entfernungskilometern auch angefallene Unfallkosten und die höheren Kosten für öffentliche Verkehrsmittel angegeben hat, muss nicht aktiv werden und erhält aufgrund des Vorläufigkeitsvermerks die zu viel gezahlte Steuer automatisch zurück.

(Rechtsgrundlagen: Urteil des BVerfG vom 09.12.2008, Beschluss des Bundesrats vom 03.04.2009, Gesetz zur Fortführung der Gesetzeslage 2006 bei der Entfernungspauschale vom 20.04.2009, BGBl. I S. 774)

Veröffentlicht im Mai 2009