Investitionsabzugsbetrag auch für Freiberufler ab 2007

Ansparrücklage kann für das Jahr 2007 nicht mehr gebildet werden

Der neue Investitionsabzugsbetrag, der die alte Ansparrücklage ersetzt, ist erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 17.08.2007 enden (für Details zum Investitionsabzugsbetrag siehe unseren im März 2008 unter der Rubrik "Das betrifft Sie" veröffentlichten Artikel).
In letzter Zeit wurde mehrfach die Frage aufgeworfen, ob diese Übergangsregelung auch für Freiberufler, die eine Einnahme-Überschuss-Rechnung durchführen, gilt oder ob solche Unternehmer im Kalenderjahr 2007 noch die bisherige Ansparrücklage nach der alten Regelung des
§ 7g EStG bilden können.
Die Frage geht auf Veröffentlichungen in der Fachliteratur zurück, in denen die Verfasser davon ausgehen, dass der Begriff "Wirtschaftsjahr" lediglich für Land- und Forstwirte sowie für Gewerbebetriebe gelte. Danach hätten Freiberufler kein Wirtschaftsjahr mit der Folge, dass der neue Investitionsabzugsbetrag für Freiberufler erst ab dem Jahr 2008 gelte.
Die Oberfinanzdirektion Rheinland hat jedoch klargestellt, dass der Begriff "Wirtschaftsjahr" für alle Gewinneinkunftsarten anzuwenden ist.
Bei Freiberuflern, die kein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr haben dürfen, gelten daher auch bereits ab dem Jahr 2007 die Regeln für den Investitionsabzugsbetrag.
Sie müssen daher die Gewinngrenze von 100.000 EUR beachten und dürfen einen Investitionsabzugsbetrag nur bei Unterschreitung dieser Grenze in Anspruch nehmen.
(Rechtsgrundlagen: Kurzinformation der Oberfinanzdirektion Rheinland vom 27.06.2008, ESt Nr. 35/2008, § 7g EStG)

Veröffentlicht im: Januar 2009