Steuerberatungskosten doch wieder als Sonderausgaben abziehbar?

Einkommensteuerbescheide ergehen vorläufig

Bis 2005 galt der unbeschränkte Sonderausgabenabzug der Steuerberatungskosten, also auch der Steuerberatungskosten, die nicht in Zusammenhang mit der Ermittlung von Einkünften stehen.
Gegen die ab dem Jahr 2006 geltende Einschränkung der Abzugs von Steuerberatungskosten wurden mehrere Klagen erhoben. Inzwischen ergehen Einkommensteuerbescheide vorläufig hinsichtlich der Nichtabziehbarkeit von Steuerberatungskosten als Sonderausgaben. In die Erläuterungen zum Einkommensteuerbescheid wurde ein entsprechender Vorläufigkeitsvermerk aufgenommen.
Die Steuerbescheide ab dem Veranlagungsjahr 2006 bleiben daher in diesem Punkt - auch ohne die Erhebung eines Einspruchs - bis zu einer endgültigen Entscheidung in dieser Sache offen.
Sofern die Gerichte in dieser Sache zu Gunsten der Steuerpflichtigen entscheiden, werden die vorläufigen Steuerbescheide von Amts wegen geändert. Für die Steuerpflichtigen besteht insoweit kein Handlungsbedarf. Der entsprechende Vorläufigkeitsvermerk gewährleistet Rechtssicherheit für die Steuerpflichtigen.
Der nach geltender Rechtslage nicht abziehbare Teil der Steuerberatungskosten, also die Steuerberatungskosten, die nicht mit der Ermittlung von Einkünften in Zusammenhang stehen, sollte trotzdem als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden, damit das Finanzamt im Falle einer Änderung des Einkommensteuerbescheides die strittigen Beträge aus der Erklärung entnehmen kann.
(Rechtsgrundlage: Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 20.06.2008, IV A 3 - S 0338/07/10010)

Veröffentlicht im: August 2008