Aufwendungen bei Körperbehinderung

Pauschbetrag oder Abzug der tatsächlichen Aufwendungen?

Behinderte Menschen konnten bisher wählen, ob sie für alle behinderungsbedingten Aufwendungen den Behinderten-Pauschbetrag nach § 33b EStG oder die tatsächlich angefallenen Kosten nach § 33 EStG als außergewöhnliche Belastung im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.
Das Jahresteuergesetz 2008 hat nun klargestellt, dass der Behinderten-Pauschbetrag nur laufende und typische Kosten der Behinderung und nicht, wie bisher, alle behinderungsbedingten Aufwendungen umfasst. Somit können ab 2008 mit der Behinderung zusammenhängende einmalige Kosten und weitere Krankheitskosten zusätzlich zum Pauschbetrag nach § 33 b EStG als außergewöhnliche Belastung allgemeiner Art gemäß § 33 EStG geltend gemacht werden. Hierzu zählen z. B. Aufwendungen für Heilbehandlungen, Kuren, Arzneimittel und bestimmte Kfz-Kosten.
Aufwendungen für die Hilfe bei den üblichen und regelmäßigen Verrichtungen des täglichen Lebens, Pflege- und Heimkosten sowie Aufwendungen für einen erhöhten Wäschebedarf sind durch den Behinderten-Pauschbetrag abgegolten.
Der behinderte Steuerpflichtige kann jedoch auf den Pauschbetrag verzichten und alle vom Pauschbetrag abgedeckten Aufwendungen auch als außergewöhnliche Belastung allgemeiner Art nach § 33 EStG abziehen (Wahlrecht).
(Rechtsgrundlagen: § 33 und 33b EStG, Jahressteuergesetz 2008 vom 20.12.2007)


Veröffentlicht im: Juni 2008