Anerkennung von Umzugskosten als Werbungskosten

Auch wenn die Zeitersparnis für den Arbeitsweg nach dem Umzug weniger als 1 Stunde beträgt, kann ein Abzug der Umzugskosten als Werbungskosten zulässig sein

Grundsätzlich stellen beruflich bedingte Umzugskosten abziehbare Werbungskosten dar, die die Einkünfte des Arbeitnehmers mindern. Beruflich bedingt und damit abziehbar sind Umzugskosten grundsätzlich dann, wenn sich hierdurch eine Zeitersparnis von mindestens einer Stunde für den Weg zur Tätigkeitsstätte ergibt.

Abziehbarkeit auch bei weniger als 1 Stunde Zeitersparnis?

In seiner Entscheidung vom 24.2.2016 sah das Finanzgericht Köln eine berufliche Veranlassung auch schon dann als gegeben an, wenn sich die Entfernung der Tätigkeitsstätte so verkürze, dass der Steuerpflichtige sie ohne andere Verkehrsmittel zu Fuß erreichen kann, und damit nicht dem Stress der Notwendigkeit des pünktlichen Erscheinens, etwaiger Verspätungen der öffentlichen Verkehrsmittel sowie der Wartezeiten ausgesetzt ist. Trotz Zweifel an der Zeitersparnis von mindestens einer Stunde im konkreten Fall zitierte das FG Köln einen BFH-Beschluss vom 2.2.2000, nach dem auch bei geringerer Zeitersparnis die berufliche Veranlassung vorliegt, wenn die Arbeitsbedingungen sich durch den Umzug und die damit einhergehende stressbefreite Erreichbarkeit der Tätigkeitsstätte deutlich verbessert.

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(Quellen: § 9 EStG; FG Köln, 24.2.2016,3 K 3502/13; BFH 2.2.2000, X B 80/99)

Veröffentlicht im September 2015