Künstlersozialkasse (KSK): Viele Unternehmen sind abgabepflichtig und wissen es nicht

Künstlerische Tätigkeiten unterliegen der KSK-Pflicht – betroffen hiervon sind u.U. Auftraggeber von bestimmten Werbemaßnahmen

Sozialversicherungsprüfungen der Deutschen Rentenversicherung umfassen die KSK-Beiträge

Haben Sie Grafiker oder Werbebüros mit der Erstellung von Werbemaßnahmen, Visitenkarten, Briefbögen oder ähnlichem beauftragt, führt dies in der Regel zur Beitragspflicht an die KSK, wenn der beauftragte Unternehmer Einzelunternehmer ist. Wurde eine GmbH oder Personengesellschaft (z.B. OHG, KG, GmbH u. Co KG) beauftragt, entfällt i.d.R. die Beitragspflicht.

Unternehmen, die sich selbst oder eigene Produkte bewerben und in diesem Zusammenhang nicht nur gelegentlich Entgelte für freischaffende künstlerische oder publizistische Leistungen zahlen, sind abgabepflichtig. Außerdem sind alle Unternehmen abgabepflichtig, die nicht nur gelegentlich Werke oder Leistungen von freischaffenden Künstlern oder Publizisten für Zwecke des eigenen Unternehmens nutzen, um im Zusammenhang mit dieser Nutzung Einnahmen zu erzielen.

Bemessungsgrundlage

Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe sind alle in einem Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte (§ 25 Künstlersozialversicherungsgesetz - KSVG).

Entgelt im Sinne des KSVG ist alles, was der Unternehmer aufwendet, um das künstlerische/ publizistische Werk oder die Leistung zu erhalten oder zu nutzen. Ob es sich bei den Aufwendungen um Gagen, Honorare, Tantiemen, Lizenzen, Ankaufpreise, Zahlungen aus Kommissionsgeschäften, Sachleistungen, Ausfallhonorare, freiwillige Leistungen zu Lebensversicherungen oder zu Pensionskassen oder andere Formen der Bezahlung handelt, ist unerheblich. Zum Entgelt gehören grundsätzlich auch alle Auslagen (z. B. Kosten für Telefon und Fracht) und Nebenkosten (z. B. für Material, Hilfskräfte und nicht künstlerische Nebenleistungen), die dem Künstler vergütet werden

Meldepflicht

Die Meldepflicht ermöglicht die korrekte Berechnung der Künstlersozialabgabe (§ 27 KSVG).

Nach den gesetzlichen Bestimmungen sind Unternehmer, die zum Kreis der Abgabepflichtigen nach § 24 KSVG gehören oder regelmäßig Entgelte an Künstler oder Publizisten zahlen, verpflichtet, sich selbst bei der KSK zu melden.

Dies kann zunächst formlos schriftlich, per Fax oder E-Mail, aber auch telefonisch geschehen. Die KSK prüft die grundsätzliche Abgabepflicht und stellt sie ggf. in einem gesonderten Bescheid fest.

Bis zum 31. März eines jeden Jahres müssen die Unternehmen der KSK die Entgelte mitteilen, die sie im abgelaufenen Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlt haben (Bemessungsgrundlage). Für die Meldung wird von der KSK ein gesondertes Formular versandt.

Entscheidend kann sein, welche Leistung sich aus dem Rechnungstext ergibt. Lassen Sie sich beraten, bevor reine Druckaufträge ohne künstlerischen Wert wegen unpräziser Bezeichnung des Auftrags eine Abgabepflicht auslösen.

(Quelle: www.kuenstlersozialkasse.de)

Veröffentlicht im Juni 2016