Aus gegebenem Anlass: Lohnversteuerung mittels 1%-Regelung erfolgt immer für den ganzen Monat, nicht taggenau; Betriebsprüfer achten auf Datum der Erstzulassung etc.

Im Rahmen einer Betriebsprüfung erkannte der Betriebsprüfer, dass ein neu angeschafftes Leasing-Fahrzeug, das dem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung überlassen wurde, am 27. des Monats zugelassen worden war, die Privatnutzung aber erst ab dem 1. des nächsten Monat mittels 1%-Regelung lohnversteuert wurde. Er bestand auf den vollen Ansatz schon im Monat der Zulassung, da nicht nachgewiesen werden konnte, dass das Fahrzeug erst ab dem nächsten Monat zur Verfügung gestanden hatte. Bei hochpreisigen Dienstwagen (insbesondere des Gesellschafter-Geschäftsführers) führt das dazu, dass u.U. viele hundert Euro (nämlich für einen kompletten Monat) lohnversteuert werden müssen, obwohl das Fahrzeug erst am Ende des Monats überhaupt zur Verfügung gestanden hatte. Eine taggenaue Berechnung der Lohnversteuerung ist nicht vorgesehen und damit nicht durchsetzbar.

1. Hinweis: Die Übernahme eines neuen Dienstwagens sollte möglichst immer zu Beginn eines Monats erfolgen. Gegebenenfalls sollte die Übergabe beim Händler hinausgezögert werden. Die Übergabe sollten Sie sich auf jeden Fall dokumentieren (lassen).

2. Hinweis: Beim Fahrzeugwechsel innerhalb eines Monats gilt: beim Wechsel bis 14. des Monats ist noch der Bruttolistenneupreis des “alten“ Fahrzeugs für den kompletten Monat anzusetzen, und erst ab dem Folgemonat ist der Bruttolistenneupreis des “neuen“ Fahrzeugs maßgeblich; beim Fahrzeugwechsel ab dem 15. des Monats gilt für den gesamten Monat bereits der Bruttolistenneupreis des “neuen“ Fahrzeugs.

3. Hinweis: Die Alternative “Fahrtenbuch“ birgt erhebliches Einsparpotential, allerdings auch Risiken: nur das tatsächlich bereits im Auto (“echt“) geführte Fahrtenbuch kann einer Betriebsprüfung standhalten. Der Mehr-Aufwand ist beim regulär geführten Fahrtenbuch aber so gering, dass es sich (abhängig von der privaten Nutzung) auch bei niedrigen Bruttolistenneupreisen rechnen kann.

Rechtsgrundlage: FG Baden-Württemberg, Urteil v. 24. Februar 2015, Aktenzeichen 6 K 2540/14

Veröffentlicht im Juni/Juli 2018