Steuerklassenwahl für 2014 – Merkblatt für Ehegatten und Lebenspartner bietet Hilfe

Steuerklassenkombinationen und Faktorverfahren Merkblatt im Internet – Tabellen erleichtern die Steuerklassenwahl für Arbeitnehmer

Zusammenlebende Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und Arbeitslohn aus einem aktiven Beschäftigungsverhältnis beziehen, können wählen, nach welcher Lohnsteuerklasse der Lohnsteuerabzug von ihrem Lohn/Gehalt erfolgen soll.

Dabei können sich beide Partner jeweils für die Steuerklasse IV oder für die Steuerklassenkombination III und V entscheiden. Bei der Wahl der Steuerklassen III und V wird sich in der Regel der/die Höherverdienende für die Besteuerung nach der Steuerklasse III entscheiden, während der Partner mit dem geringeren Verdienst die Besteuerung nach der Steuerklasse V beantragt.

Bei dieser Kombination bleibt aufgrund des geringeren Lohnsteuerabzugs von dem höheren Verdienst des/der Besserverdienenden nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge netto mehr verfügbares Einkommen übrig. Auf der anderen Seite unterliegt der geringere Verdienst des anderen Partners dem höheren Lohnsteuerabzug nach der Steuerklasse V, so dass von seinem Verdienst deutlich weniger übrig bleibt.

Die Steuerklassenkombination III/V ist so konzipiert, dass die Summe der Steuerabzugsbeträge der beiden Ehe- oder Lebenspartner ungefähr der zu erwartenden Jahressteuer entspricht, wenn der/die nach Klasse III Besteuerte ca. 60% des gemeinsamen Arbeitseinkommens erwirtschaftet und der/die in Klasse V Eingestufte die verbleibenden 40%. Bei davon abweichenden Konstellationen des gemeinsamen Arbeitseinkommens kann es wegen des verhältnismäßig zu geringen Lohnsteuerabzugs zu Steuernachzahlungen kommen. Aus diesem Grund besteht bei der Wahl der Steuerklassenkombination III/V grundsätzlich die Pflicht zur Abgabe einer jährlichen Einkommensteuererklärung.

Zur Vermeidung von Einkommen- bzw. Lohnsteuernachzahlungen können sich die Ehegatten oder Lebenspartner für die Steuerklassenkombination IV/IV entscheiden. Dabei wird zwar der höhere Lohnsteuerabzug beim Ehegatten/Lebenspartner mit der Lohnsteuerklasse V vermieden; gleichzeitig entfällt jedoch für den besser verdienenden Ehegatten/Lebenspartner der günstigere Steuerabzug nach der Steuerklasse III.

Zur Steuerklassenkombination III/V gibt es für Doppelverdiener-Ehegatten/Lebenspartner als Alternative die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor zu wählen. Dabei wird die hohe Lohnsteuerbelastung in der Steuerklasse V vermindert. Daneben kommt durch die Anwendung des Faktors auf die nach Steuerklasse IV ermittelte Lohnsteuer beider Ehegatten/Lebenspartner die steuermindernde Wirkung des Splittingverfahrens durch die Berücksichtigung der jedem Ehegatten/Lebenspartner zustehenden persönlichen Freibeträge (Grundfreibetrag, Vorsorgepauschale, Kinderfreibetrag und Arbeitnehmer-Pauschbetrag) zum Tragen.

Um verheirateten oder verpartnerten Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die Steuerklassenwahl zu erleichtern, haben das Bundesfinanzministerium und die obersten Finanzbehörden der Länder Tabellen ausgearbeitet, aus denen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner nach der Höhe ihrer monatlichen Arbeitslöhne die Steuerklassenkombination ermitteln können, bei der für sie die geringste Lohnsteuer anfällt. Die Tabellen und detaillierte Informationen, Berechnungen und Erläuterungen zu den Steuerklassenkombinationen und zum Faktorverfahren finden Sie im Merkblatt zur Steuerklassenwahl für das Jahr 2014. Das Merkblatt zur Steuerklassenwahl 2014 ist auf den Internetseiten des Bundesfinanzministeriums veröffentlicht (www.bundesfinanzministerium.de).

Hinweise:

  • Soweit beim Lohnsteuerabzug Freibeträge zu berücksichtigen sind, müssen diese vor Anwendung der jeweils in Betracht kommenden Tabelle vom monatlichen Bruttolohn abgezogen werden.
  • Die Tabellen erleichtern nur die Wahl der für den Lohnsteuerabzug günstigsten Steuerklassenkombination. Die im Verlauf des Jahres vom Arbeitgeber einbehaltene und an das Finanzamt abgeführte Lohnsteuer besagt jedoch nichts über die Höhe der tatsächlich anfallenden Jahressteuerschuld.
  • Die monatlich einbehaltenen Steuerabzüge stellen lediglich eine Vorauszahlung auf die endgültige Jahressteuer dar, die letztlich erst im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung ermittelt wird.
  • Zu berücksichtigen ist auch, dass die Aussagen der Tabellen nur in den Fällen exakt sind, in denen die Monatslöhne während des ganzen Jahres konstant bleiben.

Veröffentlicht im Februar 2014