Steuererklärungen ab 2011 - Elektronische Übermittlung wird Pflicht

Elektronische Übertragung bei Gewinneinkünften - Probleme bei der praktischen Umsetzung

Durch das Steuerbürokratieabbaugesetz vom 28.12.2008 wurde eine Pflicht zur elektronischen Einreichung der Unternehmenssteuererklärungen und der Einkommensteuererklärung ab dem Veranlagungszeitraum 2011 eingeführt.
Für Steuerpflichtige, die Gewinneinkünfte erzielen (Freiberufler, Selbständige, Gewerbetreibende und Land- und Forstwirte) gehört die Einreichung der Steuererklärungen auf Papier damit grundsätzlich der Vergangenheit an.

Auch die Anlage EÜR (Einnahmeüberschussrechnung) zur Einkommensteuererklärung ist ab dem Veranlagungsjahr 2011 elektronisch einzureichen.
Lediglich bei nur geringfügigen Gewinneinkünften, die in ihrer positiven Summe den Betrag von 410 EUR nicht übersteigen und neben Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit mit Steuerabzug erzielt werden, besteht keine Pflicht zur elektronischen Übermittlung.

Unabhängig vom Vorliegen von Gewinneinkünften besteht die gesetzliche Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung auch für
  • die Umsatzsteuererklärung 2011
  • die Gewerbesteuererklärung und die Erklärung über die Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrags für 2011
  • die Körperschaftsteuererklärung sowie die Erklärung zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen ab dem Veranlagungszeitraum 2011
  • Feststellungserklärungen für Feststellungszeiträume ab dem 01.01.2011
Allerdings gibt es schon jetzt Probleme bei der Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung der Steuerdaten.

Für beschränkt Steuerpflichtige ist die elektronische Übermittlung der Einkommensteuererklärung derzeit aus technischen Gründen noch nicht möglich.
Auch Erklärungen zur gesonderten und einheitlichen Feststellung mit mehr als 10 Beteiligten können noch nicht übermittelt werden.
Erhebliche Probleme stellen sich auch bei der Übermittlung von Körperschaftsteuererklärungen.
Weil die elektronische Übermittlung noch nicht funktioniert, akzeptieren einige Finanzämter auch für das Veranlagungsjahr 2011 eine Einreichung der Erklärung in Papierform.

Vor einer Übermittlung der Steuererklärungen sollte vorsichtshalber mit dem zuständigen Finanzamt abgesprochen werden, in welcher Form die Erklärungen für das Jahr 2011 tatsächlich eingereicht werden sollen.

(Rechtsgrundlage: Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens (Steuerbürokratieabbaugesetz) vom 20.12.2008)

Veröffentlicht im April 2012