Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge - auch Beiträge für Kinder ansetzen

Voraussetzung: Unterhaltsverpflichtung und Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag
Verfügung der Finanzverwaltung sorgt für Klarheit

Seit dem Veranlagungsjahr 2010 können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich besser geltend gemacht werden. Begünstigt sind hierbei die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung, die in vollem Umfang als Sonderausgaben abgezogen werden können.
Eine ausführliche Darstellung der Neuregelung ab 2010 finden Sie unter der Rubrik "Das betrifft Sie" in unseren im September 2010 und Oktober 2009 veröffentlichten Artikeln.

Der begünstigte Abzug ist nicht auf die eigenen Beträge zur Kranken- und Pflegeversicherung beschränkt.
Eltern können auch die Beiträge der Kinder zur Basis-Krankenversicherung (nur Basisabsicherung zur Erlangung eines sozialhilfegleichen Versorgungsniveaus, keine Wahl- und Zusatzleistungen) und zur gesetzlichen Pflegeversicherung wie eigene Beiträge in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.
Dies gilt sogar dann, wenn das Kind selbst Versicherungsnehmer ist.

Voraussetzung für den Abzug durch die Eltern ist, dass diese zum Unterhalt verpflichtet sind und für das jeweilige Kind einen Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag haben.

Die Regelung betrifft insbesondere Eltern, deren Kinder in Ausbildung sind.
In diesem Fall finanzieren in der Regel die Eltern die Krankenversicherung ihrer Kinder mit.
In einer Verfügung vom 03.11.2011 stellt die Oberfinanzdirektion (OFD) Magdeburg klar, dass es sich damit bei den Beiträgen eines Kindes zur Kranken- und Pflegeversicherung praktisch um Beiträge der Eltern handelt.

Es kommt nicht darauf an, dass die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge des Kindes tatsächlich von den Eltern gezahlt werden.
Vielmehr reicht es bereits aus, wenn Eltern ihrer Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind durch Sachleistungen, wie z. B. Unterkunft, Verpflegung und Bekleidung, nachkommen und damit quasi zur Finanzierung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge des Kindes beitragen.

Sofern die Eltern die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung in voller Höhe in ihrer Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben ansetzen und auch das Kind eine Einkommensteuererklärung einreicht, entfällt ein entsprechender Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung des Kindes.

Die begünstigten Beiträge können auch zwischen Eltern und Kindern aufgeteilt und jeweils anteilig in den Steuererklärungen geltend gemacht werden. Insgesamt darf der Betrag der Beiträge aber nur einmal berücksichtigt werden.

(Rechtsgrundlage: OFD Magdeburg, Verfügung vom 03.11.2011 - S 2221 - 118 - St 224)
Veröffentlicht im Januar 2012