Steuervereinfachungsgesetz 2011 verabschiedet Gute Nachrichten für Eltern

Kinderbetreuungskosten - Abzug wird vereinheitlicht
Kindergeld und Kinderfreibetrag für volljährige Kinder - Einkommensprüfung fällt weg

Nach langem Ringen hat der Bundesrat dem Steuervereinfachungsgesetz nun endlich zugestimmt. Unter der Vielzahl von Steuervereinfachungen gibt es zwei Neuerungen, die insbesondere für Eltern interessant sind:
  • Die Änderung beim Abzug von Kinderbetreuungskosten
  • Der Wegfall der Einkommensprüfung für volljährige Kinder in Ausbildung
Bislang wird bei der Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten zwischen erwerbsbedingten und nicht erwerbsbedingten Aufwendungen für die Kinderbetreuung unterschieden.
Die Betreuungsaufwendungen sind dann in der Einkommensteuererklärung entweder als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben (bei Erwerbstätigkeit der Eltern) oder als Sonderausgaben (wenn nicht beide Eltern erwerbstätig sind) anzusetzen.
Diese in der Praxis oft komplizierte Unterscheidung fällt weg.

Ab dem 01.01.2012 dürfen Kinderbetreuungskosten unabhängig von der Tätigkeit der Eltern bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres mit einem Höchstbetrag von 2/3 der Betreuungsaufwendungen, maximal 4.000 EUR pro Jahr und Kind, einheitlich als Sonderausgaben abgezogen werden.
Der Werbungskosten-/Betriebsausgabenabzug entfällt.

Gegenwärtig erhalten Eltern Kindergeld und den Kinderfreibetrag für volljährige Kinder in Ausbildung (Schule, Studium, Ausbildung für den künftigen Beruf), die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes, die zur Bestreitung des Lebensunterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt sind, die Grenze von 8.004 EUR im Jahr nicht übersteigen.
Wird diese Grenze auch nur um einen Euro überschritten, entfällt der Anspruch auf Kindergeld und den Kinderfreibetrag.

Sowohl beim Kindergeldantrag als auch bei der Einkommensteuererklärung müssen bislang die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes detailliert ermittelt und dargelegt werden.

Ab dem 01.01.2012 werden das Kindergeld und der Kinderfreibetrag unabhängig vom Einkommen des Kindes bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gewährt.
Bei volljährigen Kindern in Schul- oder Berufsausbildung, die nebenbei regelmäßig weniger als 20 Stunden wöchentlich jobben, verzichten die Familienkasse und das Finanzamt künftig bei der Gewährung von Kindergeld oder der steuerlichen Berücksichtigung der Kinder auf eine Einkommensprüfung.

Auch Eltern solcher Kinder, die bereits während ihrer Ausbildung Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung von mehr als 8.004 EUR erzielen, haben künftig durch den Wegfall der Einkommensprüfung für Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (wieder) Anspruch auf Kindergeld und den Kinderfreibetrag.

(Rechtsgrundlage: Steuervereinfachungsgesetz 2011 vom 01.11.2011)
Veröffentlicht im Dezember 2011