Vermietung und Verpachtung - Diese Bescheinigungen sind für den Mieter

Steuerbescheinigung für Mietkautionskonten - Bescheinigung über haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen

Häufig werden von Steuerpflichtigen, die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen, mit den Unterlagen für die Bearbeitung ihrer Einkommensteuererklärung auch Bescheinigungen hereingereicht, die eigentlich der Mieter für seine Einkommensteuererklärung benötigt.

Eine Steuerbescheinigung über Zinserträge und einbehaltene Kapitalertragsteuer für ein Mietkautionskonto lautet zwar auf den Namen des Vermieters, der das Kautionskonto für seinen Mieter eingerichtet hat; Gläubiger der Zinserträge dieses Kontos ist jedoch der Mieter.

Mit der Vereinbarung im Mietvertrag, dem Vermieter für mögliche Ansprüche nach Beendigung des Mietverhältnisses (z. B. Reparatur von Schäden, die der Mieter verursacht hat) eine Geldsumme als Sicherheit (Kaution) zu leisten, trifft der Mieter eine Verfügung über die Zinsen, die ihm bürgerlich rechtlich für diese Geldsumme zustehen.
Die Zinsen fließen dem Mieter in dem Zeitpunkt zu, in dem sie auf dem vom Vermieter eingerichteten Konto fällig werden, und sind dann vom Mieter zu versteuern.

Der Mieter benötigt deshalb die von der Bank an den Vermieter versendete Steuerbescheinigung für das Mietkautionskonto, um die Zinserträge und die einbehaltene Kapitalertragsteuer in der Anlage KAP seiner Einkommensteuererklärung einzutragen.
Der Vermieter hat deshalb dem Mieter die Steuerbescheinigung zur Verfügung zu stellen.

Bei Wohnungseigentümergemeinschaften erhält der Vermieter in der Regel mit den Hausgeld-, Wohngeld- oder Betriebskostenabrechnungen der Hausverwaltung eine Bescheinigung über Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienstleistungen und Handwerkerleistungen, für die eine Ermäßigung der Einkommensteuer nach § 35a Einkommensteuergesetz (EStG) geltend gemacht werden kann.
Darunter fallen:
  • Aufwendungen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen
  • Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Dienstleistungsunternehmen
  • Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen
Voraussetzung für die Steuerermäßigung ist, dass das haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnis, die haushaltsnahe Dienstleistung oder die Handwerkerleistung in einem Haushalt des Steuerpflichtigen ausgeübt oder erbracht werden. Dabei umfasst der Begriff Haushalt neben der Wohnung des Steuerpflichtigen auch das Gebäude und die Außenanlagen.

Die in der Verwalterabrechnung bescheinigten begünstigten Aufwendungen kann der Wohnungseigentümer nur dann in seiner eigenen Einkommensteuererklärung geltend machen, wenn er selbst in dieser Eigentumswohnung lebt.

Ist die Wohnung vermietet, werden diese Aufwendungen für den Haushalt des Mieters erbracht.
Die Bescheinigung über diese Aufwendungen ist deshalb nach Erhalt der Verwalterabrechnung an den Mieter weiterzuleiten. Nur der kann die Steuerermäßigung für diese Aufwendungen in seiner Steuererklärung geltend machen.

(Rechtsgrundlagen: Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 18.12.2009 und 15.02.2010, § 35a EStG)
Veröffentlicht im September 2011