Trotz Abgeltungsteuer - oft müssen Kapitalerträge dennoch angegeben werden

Eigenes Einkommen von Kindern und unterstützten Personen - Zumutbare Belastung bei Krankheitskosten

Grundsätzlich soll die Einkommensteuer auf Kapitalerträge ab 2009 durch den pauschalen Steuerabzug abgegolten und die Angabe von Kapitaleinkünften in der Einkommensteuererklärung entbehrlich sein.

In vielen Fällen müssen Kapitalerträge, die bereits der Abgeltungsteuer unterlagen, dennoch in der Einkommensteuererklärung angegeben werden, um zu prüfen, ob die Voraussetzungen für bestimmte steuerliche Vergünstigungen erfüllt sind.

Wer einen Kinderfreibetrag bzw. Kindergeld für ein volljähriges Kind beanspruchen möchte, muss bei der Ermittlung der Einkunftsgrenze für die Einkünfte und Bezüge dieses Kindes (ab 2010 = 8.004 EUR) in der Anlage Kind die Einkünfte aus Kapitalvermögen des Kindes angeben, selbst wenn das Kind für diese Einkünfte bereits Abgeltungsteuer entrichtet hat.
Die Kapitaleinkünfte zählen zu den relevanten Einkünften des Kindes.

Anders als der bis 2008 geltende Sparerfreibetrag, gilt der neue Sparerpauschbetrag im System der Abgeltungsteuer jedoch nicht als Bezug.

Auch für die Ermittlung des Unterhaltshöchstbetrags und der Höhe des Ausbildungsfreibetrags sind die Kapitaleinkünfte der unterhaltenen Person bei der Bemessung der Unschädlichkeitsgrenze (8.004 EUR) zu berücksichtigen.

Bei der Berechnung der zumutbaren Belastung eines Steuerpflichtigen für die steuerliche Berücksichtigung von außergewöhnlichen Belastungen, z. B. Krankheitskosten, müssen die Kapitaleinkünfte des Steuerpflichtigen einbezogen werden.
Die Höhe der zumutbaren Belastung ermittelt sich nach einem bestimmten Prozentsatz des Gesamtbetrags der Einkünfte, d. h. einschließlich der Einkünfte aus Kapitalvermögen.

(Rechtsgrundlagen: § 32 Abs. 4, § 33a Abs. 1 und 2 sowie § 33 Abs. 3 EStG)

Veröffentlicht im Mai 2010